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Nile Rodgers Interview

Musiklegende und Jazz Ikone Nile Rodgers im Interview

MARK VAN HUISSELING trifft…

Nile Rodgers

Ein Gespräch mit einem Popstar, der so ziemlich alles er- und überlebt hat.

Ich hab fünf einfache Fragen an Sie.» – «Okay, ich hab fünf schwierige Antworten.» – «Gut, das wird meine Sorte Interview. Wie schreibt man einen Superhit?» – «Ach, ich weiss nicht. Ich bin der schlechteste Songschreiber der Welt, aber ein ziemlich guter ­re­writer. Üblicherweise, wenn ich eine Idee ­habe, ist es eine verrückte Idee.

 

Doch dann überarbeite ich sie und überarbeite sie und überarbeite sie. Und dann wird daraus ‹Get Lucky›.» (Ein Funk-Disco-Stück der französischen House-Formation Daft Punk und des amerikanischen Sängers/Rappers Pharrell Williams, geschrieben von Nile Rodgers und Thomas Bangalter; «Bester Song des Jahres 2013», Laut.de; Platz eins der Charts in Deutschland, Grossbritannien oder der Schweiz, Platz zwei in Amerika.) «Wie schreibt man keinen Superhit? Was ich fragen will: Merken Sie: ‹Toller Song, aber es wird kein Hit›?» – «Ich veröffentliche keine Platte, die ich nicht mag. Das zeigt, dass, manchmal, mein Urteil, mein spirit, künstlerisches Ohr, nicht übereinstimmt mit dem des Publikums. Bloss, wenn’s um das Vermarkten geht, ist Prio­rität Nummer eins: Repetition. Ist ein Song nicht im Radio, kann er fantastisch sein, doch er wird kein Hit. Wenn man ‹Like a Virgin› nicht hört, wird’s kein Hit [er war verantwortlich für die Produktion des Songs und das Album von Madonna].»

Interview mit Songwriter Nile Rodgers

«Schlechtester Songschreiber der Welt»: Komponist, Musiker und Produzent Nile Rodgers, 65.

Nile Rodgers, 62, ist ein amerikanischer Musikproduzent, Musiker und Komponist. 1976 gründete er die Gruppe Chic, die zahlreiche Hits hatte («Le Freak», «Everybody Dance» oder «Good Times») und stilprägend war für die Musikrichtung Disco. Er war auch als Produzent gefragt; arbeitete etwa für Diana Ross, Duran Duran, Madonna, Grace Jones, Mick Jagger oder David Bowie. Während der 1970er, 1980er und bis in die 1990er Jahre war er heroinsüchtig. Rodgers lebt in New York.

Nile Rodgers “Get Lucky”

«Sie bekamen eine Krebsdiagnose vor ein paar Jahren . . .» – «Vor drei Jahren genau.» – «Fanden Sie, das Leben sei unfair – Krebs jetzt, da Sie seit einiger Zeit gesund lebten, nachdem Sie zuvor lange gar nicht gesund gelebt hatten?» – «Ha, nein, ich fand überhaupt nicht, dass das Leben unfair sei. Ich dachte: ‹Ich kann’s nicht glauben, dass ich so lange ­gelebt hab.› Ich war wahrscheinlich in der Gruppe meiner Freunde, mit denen ich anfing, Musik zu machen – Luther Vandross [2005 gestorben], Bernard Edwards [mit dem er Chic ­gründete; 1996 gestorben], Tony Thompson [Schlagzeuger von Chic; 2003 gestorben], ­Raymond Jones [Keyboarder von Chic; 2011 gestorben] –, die am meisten party- und drogenorientierte Person. Meine Familie sind heroinsüchtige bohemians, sie sind cool, ich wurde ins Heroin geboren, in meinem Leben gab es immer Drogen. So, jeder nahm an, ich würde der Erste sein, der stirbt, wegen meines waghalsigen Lebensentwurfs. Doch die Wahrheit ist: Wir sind alle genetisch gleich, aber verschieden, wie David Bowie sagen würde. Ich hatte den gleichen, aggressiven Krebstyp wie Frank Zappa; er hatte nach der Diagnose noch zwei Jahre, bei mir funktionierte die Behandlung. Ich sagte: ‹Ich lass die Ärzte tun, was sie tun können. Ich tu, was ich kann.› Und was ich kann, ist Musik spielen und happy sein.» – «Was dachten Sie, als der Krebs in Rückbildung war und Sie Ihr grosses Comeback mit ‹Get Lucky› hatten?» – «Jeder Komponist hat Zyklen in der Karriere. Als ich jung war, sagte mein Jurist: ‹Ich bring dir bei, wie du dein ­Leben lang reich sein wirst.› Er sagte, dass ­niemand, nicht die Beatles, nicht mal Paul ­McCartney, immer Hits haben, sondern dass man heisse und kalte Zeiten habe. Und was man in der kalten Zeit machen müsse, um reich zu sein: nämlich nicht verrückt sein und die verrückten Dinge tun, die Künstler normalerweise tun, wissen Sie, was Hip-Hopper erzählen: ‹Ich hab meinen Learjet, meinen Lamborghini rollin’ . . .› Sondern zu sparen. Ich hatte grade ein Rennboot gekauft und einen Maserati, ich hatte acht Millionen verdient und war 24. Dann hörte ich auf auszugeben. Das ist nicht, wer ich bin. Ich bin Musiker, Geld ist eine Begleiterscheinung, wenn man einen Hit hat. Und man weiss nie, wann man einen Hit hat.»

«Sie hatten 21 Nummer-eins-Hits. Und machen dennoch Reklame für eine Uhrenmarke – weshalb [für Girard-Perregaux, das Gespräch fand am GP-Sitz in La Chaux-de-Fonds statt]?» – «Interessant, was Sie sagen. Ich mache keine Reklame, es ist umgekehrt. Ich habe eine Stiftung für einen wohltätigen Zweck, die We Are Family Foundation, wir haben ein Mentorprogramm für Teenager. Und GP, die einige meiner liebsten Uhren hergestellt hat, hat eine We-Are-Family-Uhr entworfen.»

 

Neil Rodgers liebstes Restaurant:

«Irgendwo auf der Welt? Nun denn . . .» «Da Conch Shack» Providenciales, Turks- und Caicosinseln, Britische Überseegebiete, ­Telefon +649 946 8877 34

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