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Interview mit Tony Prince

MARK VAN HUISSELING trifft…

Bei «Radiopirat und Geschäftsmann» denkt man an jemand anderen – bei uns jedenfalls.

Ich hätte unsere Verabredung fast verschieben müssen, weil ich aus Ibiza komme und der Flieger Verspätung hatte …» – «Sie waren auf Ibiza? Mein Sohn lebt dort.» – «… soviel ich weiss, sind Sie selber oft dort.» – «Ja, ich hatte oft dort zu tun; es ist ein gutes Leben, wenn man es sich ermöglichen kann.» – «Ja, ja. Mein Eindruck, ganz allgemein: Radiostationen stecken in Schwierigkeiten, überall, Disc Jockeys haben Erfolg.» – «Das ist nett ausgedrückt.» – «Sind Sie einverstanden?» – «Ja. Der Grund ist, dass die Musikwelt überbevölkert ist. Und Musik ist so einfach zu bekommen, man kann sie downloaden und so weiter. Ich war in Los Angeles, traf einen Freund und fragte seine 15-jährige Tochter, was sie für Radiostationen höre. Sie sagte: ‹Ich höre kein Radio.› Unglaublich.» – «Hört sie denn Musik?» – «Sie hört viel Musik, und ich fragte: ‹Wo findest du deine Musik?› Sie antwortete, ihre Freunde finden sie, die wüssten, welche Musik sie möge.»

Tony Prince, geboren Thomas Whitehead in Oldham bei Manchester, 69, ist ein Radio Disc Jockey (bei uns: Moderator) und Geschäftsmann (Wikipedia). In den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hörte man ihn auf Radio Luxembourg und Caroline; Caroline war ein sogenanntes Piratenradio, das von einem Schiff in der irischen See sendete. Der Film «Radio Rock Revolution» (von Richard Curtis, mit Philip Seymour Hoffman, Bill Nighy) erzählt zum Teil die Geschichte. Danach gründete er das Magazin Mixmag, die Klub-Kultur-Bibel (Eigenreklame); er verkaufte es später an den britischen Medienkonzern Emap International für damals acht Millionen Pfund. Dieses Gespräch fand statt, als er wegen des International Radio Festivals in Zürich war.

«DJs in Nachtclubs sollen aufhören, nach jedem Lied zu sprechen» – Tony Prince

«Was raten Sie Radiochefs, damit sie im Geschäft bleiben?» – «Zurück zum Start: es braucht DJ-Persönlichkeiten. Erinnern Sie sich an Radio Luxembourg? Jeder DJ war eine Persönlichkeit. Heute hört man das bloss noch in Morgenshows, allerdings reden diese DJs zu viel, finde ich. Die Zukunft ist, so sieht’s aus, Internet-Radio; das Radio als Gerät, wie wir es kennen, ist wohl bald vorbei, sogar im Auto.» – «An den DJ als Geschäftsmodell glauben Sie aber, nicht wahr?» – «Ja. Heute ist zwar jeder ein DJ, schon Kinder machen Mixtapes in ihrem Zimmer. Aber weil es so unglaublich viel Musik gibt im Internet, braucht es professionals, die die Musik finden für einen, die man hören will. Und deren Stimme, Haltung oder Humor man mag. Oder DJs, die man mag, weil sie nicht reden – ich war Programmdirektor von Radio Luxembourg und bekam ein Band zugeschickt, das war 1981, auf dem der DJ nicht sprach. Zuerst dachte ich: ein Spinner. Doch dann stellte ich ihn an und wir wurden Mix-Pioniere mit DMC [Disco Mix Club, eine Show auf Radio Luxemburg], und in meiner Zeitschrift Mixmag predigte ich, DJs in Nachtclubs sollen aufhören, nach jedem Lied zu sprechen, was normal war, weil sie Radio-DJs nachmachten. Wir bekamen haufenweise Anfragen, alle wollten DJs, die nicht reinredeten. Heute ist das normal, kein Club-DJ redet mehr, und jeder ist auch ein Produzent. Doch ich glaube, auch Radio-DJs können wieder Könige sein.»

Young Tony Prince and Cliff Richard

«Roger Schawinski?»

«Gibt es eigentlich noch Piratenradios in London? Eine Zeit lang gab es viele solche.» – «Ja, die gibt es noch.» – «Weshalb betreibt heute einer ein illegales Radio in einem Keller, wenn er es über das Internet verbreiten kann, was erlaubt ist?» – «Ich weiss es nicht, ich glaube, es ist ein Hobby, und ich weiss nicht, ob jemand diese Sender hört. Es ist schon schwer genug, für legale Radiostationen Hörer zu finden.» – «Haben Sie den Namen Roger Schawinski schon einmal gehört?» – «Nein.» – «Er hat, unter anderem, das Piratenradio in der Schweiz erfunden.» – «Wann war das?» – «Ungefähr 1979.» – «Yeah, well, Radio Caroline begann 1964. Ich muss aber sagen, das erste Piratenradio war, soviel ich weiss, ein schwedisches. Von denen hatte Ronan O’Rahilly [Radio-Caroline-Gründer] die Idee.» – «‹Ich kann Oldies nicht mehr hören›, war die Überschrift eines Interviews mit Ihnen [Newsnetz], tatsächlich?» – «Ich denke, das war wohl ein Übersetzungsfehler. Was ich gesagt habe: Ich bin nicht in der Vergangenheit hängengeblieben mit meinem Musikgeschmack … Das ist etwas anderes. Ich höre immer noch viel von Elvis zum Beispiel.» – «Können Sie sagen, von welchem Künstler Sie zuletzt ein Album oder eine Single gekauft haben?» – «Nein, kann ich nicht. Ich höre viel neue Musik auf BBC Radio 6 Music.»

Tony Princes Lieblingsrestaurant

«‹The Cliff› [Derricks, St. James, Barbados, Telefon +1 246 432 1922], magic, magic. Das war eine einfache Frage.» – «Viele Leute finden das die schwerste Frage.» – «Tolles Interview, wie wenn Sie mich in Ihrem Wohnzimmer befragt hätten.»

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Interview mit Karl Lagerfeld

MARK VAN HUISSELING trifft…

KARL LAGERFELD; ein kurzes Gespräch mit einem grossen Auskunftgeber (unter schwierigen Bedingungen).

Wenn es das Jahr 2004 wäre und ich den Modemacher und Fotograf damals für diese Spalte befragt hätte, hätte ich einen field day gehabt – hätte beschrieben, wie er mit Verspätung kam zur Ausstellungseröffnung seiner «Fire Etchings»-Fotografien in der Galerie Gmurzynska in St. Moritz. Und wie wenig Zeit übrig gewesen war für die vielen Journalisten. Möglicherweise hätte ich zugegeben, dass deutsche Kollegen einen früheren und längeren Interview-Slot bekommen hatten als ich (etwa Sven Michaelsen und Philipp Jessen für Gala, ein People-Magazin, mit dem ältesten Trick zudem – «wir bringen ihn auf dem Titel»). Und allenfalls, dass Ihr Kolumnist seine Zeit mit Kollegen (erst noch aus der Schweiz) teilen musste, weil die letzte Flugbewegung vom Airport Engadin Samedan/St. Moritz um 18.30 Uhr stattfinden musste, auch für Privatflieger mit Lagerfeld als Fluggast. Doch das ist 2013 und ich gebe (vor allem) wieder, was und wie viel Lagerfeld antwortete und sagte in wenig Zeit (11 Minuten 8 Sekunden inklusive Begrüssung und Verabschiedung). Er lässt sich gern befragen; Interviews sind sein Sozialleben, denke ich.

Politik und Stil

«Als ich Sie das letzte Mal befragte, sagten Sie, Sie liessen sich inspirieren von der Finanzkrise und von Finanzbetrügern. Welche Nachrichten beeinflussen Sie zurzeit?» – «Alles, alles; Zeitgeist, Zeitgeist, Zeitgeist. Das soll man nicht zu sehr in Worte tun, sonst wird das wieder Marketing, und ich mache kein Marketing. Es ist eine Aufnahme des Zeitgeists, ohne ihn zu analysieren, sondern irgendwie instinktiv richtig zu verwenden für die Arbeit.» – «Beschäftigt Sie die neue hohe Steuer für Sehrgutverdiener in Frankreich, wo Sie leben?» (75 Prozent Steuer für Einkommen über eine Million Euro.) «Wenn man was sucht, um die Leute aus dem Land zu kriegen, dann haben sie was gefunden. Aber mich beschäftigt das nicht. Und die wirklich reichen Leute auch nicht.» – «Weshalb nicht?» – «Ich lebe in einer getrennten Welt von der Realität. Ich kümmere mich nur um meine Arbeit, was ich in Paris mache, in Mailand und Rom, was ich in New York mache und so weiter und so fort.» – «Was halten Sie von Gérard Dépardieus Auftritt?» (Er wurde russischer Ehrenbürger, nahm einen Pass von Wladimir Putin entgegen, will nach Russland ziehen.) «Ich meine, er ist ein witziger Mann, er ist ein genialer Schauspieler, aber ich habe das Gefühl, das hat er für seinen Führerschein gemacht; er hat Führerscheinprobleme in Frankreich, und in Russland kriegt man den umsonst.» – «Interessieren Sie sich für Politik?» – «Ich bin sehr auf dem Laufenden, aber da ich in meinem Leben noch nicht gewählt habe, habe ich auch keine Meinung.» – «Warum wählen Sie nicht?» – «Weil ich zu sehr hinter die Kulissen der Politik sehen kann, um dann noch die Leute zu wählen.» – «Wie finden Sie SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück vom Stil her?» – «In der Politik kann jeder seinen Stil haben. Frau Merkels Stil ist richtig für ihren Job. Die Deutschen behalten besser Frau Merkel.»

Karl Lagerfeld mit Brille und weissem Kragen

«Alles, alles; Zeitgeist, Zeitgeist, Zeitgeist»: Lagerfeld, Modemacher und Fotograf, 84.

Was Karl Lagerfeld nicht kann

«Ist die Schweiz auf Ihrer Landkarte? – «Ich bin kein Resident hier und kann darum nicht viel darüber sagen. Es ist ein wunderschönes Land, ich war ewig nicht in Saint-Maurice, man hat hier eine tolle Aussicht, mit dem Schnee und so, aber ich bin keine Freizeitperson und kein Ferienmensch…» – «‹Kein Campeur› haben Sie einmal gesagt.» – «Genau. Ich gehe nur aus, wenn es für die Arbeit ist, sonst bleibe ich zu Hause mit meinen Büchern.» – «Was können Sie nicht?» –«Klavier spielen, das ist das grosse Bedauern meines Lebens. Ich liebe Musik und ich habe viele Freunde, die wirklich spielen können.» –«Haben Sie es versucht?» –«Ein Jahr lang. Dann hat mir meine Mutter den Deckel des Klaviers auf die Finger geschlagen und gesagt: ‹Geh zeichnen, das macht weniger Lärm.›» – «Was ist das Wichtigste, was Sie von Ihrer Mutter gelernt haben?» – «Das, unter anderem.» –«Sie haben seit kurzem eine Katze, durfte die heute mit?» (Diese Frage kam von einem Kollegen, der für Bolero arbeitet; doch sie hat was, finde ich.) «Nein, heute nicht. Aber wenn ich nach Amerika gehe, oder für länger weg bin, kommt die mit.» – «Obwohl sie eine eigene Gouvernante hat, nicht wahr?» – «Ja, das stimmt.» – «Sie leben luxuriös, können Sie sich ein normales Leben vorstellen?» – «Wenn ich prätentiös wäre, würde ich sagen, ich habe ein normales Leben. Ich arbeite sehr viel, bloss die Umstände haben dazu geführt, dass es ein wenig verschönert wurde.»

Karl Lagerfelds Lieblingsrestaurant

«Haben Sie ein Lieblingsrestaurant?» – «Ja, ‹La Maison du Caviar› in Paris. Aber ich gehe nicht sehr oft in Restaurants, weil ich lieber meine eigene Kost habe; ich habe einen Koch.»

La Maison du Caviar,21 rue Quentin-Bauchart, Paris, Frankreich, Telefon +33 1 47 23 53 43


Randnotiz

(Gemäss einer allgemein zugänglichen Enzyklopädie im Internet.)
Lange Zeit gab Lagerfeld als Geburtsjahr 1938 an, später dann 1935. Die deutsche Zeitung Bild am Sonntag publizierte im Jahr 2008 Auszüge des kirchlichen Taufregisters Hamburgs als auch Aussagen der Lehrerin sowie eines Klassenkameraden von Karl Lagerfeld, die 1933 als dessen Geburtsjahr nannten. Gleichwohl, weiterhin geheimnisvoll, liess sich Lagerfeld am 10. September 2008  Karl zum 70. Geburtstag gratulieren (analog zum Jahr 2003, als es der «65.» Geburtstag war). Einige Journalisten richteten sich nach dem Modeschöpfer, andere nicht.

Die «Welt am Sonntag» publizierte am 07.07.2013 das korrekte Geburtsdatum von Karl Lagerfeld; der 10.09.1933. Diese Publikation stützt sich auf das Buch der Freizeit-Historiker Maike und Ronald Holst aus dem Hamburger Stadtteil Blankenese. Bei den Recherchen zu ihrem Buch «Blankeneser Frauen» entdeckten sie eine Karte mit einer Geburtsanzeige. Darin gaben «Otto Lagerfeld und Frau Elisabeth, geb. Bahlmann» die Geburt ihres Sohnes bekannt. Auf der Karte hängt mit einer blauen Seidenschleife eine kleine Zusatzkarte mit der Inschrift «Karl Otto» , darunter «Sonntag, 10. September 1933» .

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Interview mit Jean-Claude Biver

MARK VAN HUISSELING über…

Jean-Claude Biver; der zurzeit wohl erfolgreichste Chef in der Schweizer Uhrenbranche veröffentlicht ein Buch über sein Leben. Er beschreibt sich als Hippie, und sein Antrieb sei Liebe.

An einem Freitagnachmittag im vergangenen August sassen David Guetta und Martin Garrix neben Jean-Claude Biver am Pool einer Finca in Ibiza vor vielleicht hundert Uhrenhändlern, ein paar ehemaligen spanischen Fussballstars und anderen Gästen. Ein TV-Moderator stellte wohlmeinende Fragen – bei der Veranstaltung ging es darum, die Partnerschaft der Uhrenmarke TAG Heuer mit der Primera División, der höchsten spanischen Fussballliga, zu verkünden: «Bei welcher Gelegenheit hast du das letzte Mal Leidenschaft verspürt?» – «Als ich in der Jimmy Kimmel Live-Show meinen Track ‹In The Name Of Love› vorstellen durfte», antwortete Garrix, ein 20-jähriger Disc-jockey aus den Niederlanden. «Vor zwei Monaten, als ich im Stade de France in Paris vor dem Anpfiff des Finales Frankreich gegen Portugal meinen offiziellen EM-Song performen durfte», sagte Guetta und übertraf damit seinen 29 Jahre jüngeren Kollegen. Dann stand Biver auf und erzählte, er komme gerade aus China, wo er vor 200 hohen Offizieren aufgetreten sei. Da er keine Rede vorbereitet habe, habe er sich auf der Bühne auf den Boden gelegt, statt sich bloss vor den Militärs zu verbeugen. (Was er dann auch am Rand des Pools in Ibiza tat.) Als er wieder stand, habe er gerufen: «China fliegt zum Mars, als erste Nation – gut! Und Hublot fliegt mit, als erste Uhrenmarke – super gut!!» Und dann haben die Offiziere der Volksarmee so laut gejubelt, dass das Dach der grossen Halle fast davon geflogen sei …

Ein Aussergewöhnlicher Luxemburger 

Es passiert nicht oft, dass ein Schweizer Manager zwei der bestverkaufenden DJs der Welt, die nebenbei Reklamebotschafter seines Unternehmens sind, die Schau stiehlt. Schon gar nicht in Ibiza, wo das Sozialprestige von Electronic-Dance-Musik-Produzenten höher ist als das von Managern. Doch Jean-Claude Biver ist wohl kein gewöhnlicher Schweizer CEO. Sondern ein aussergewöhnlicher Luxemburger Unternehmer mit Schweizer Pass, der zurzeit Angestellter ist – seit dem Verkauf von Hublot, der Marke, an der ihm zwanzig Prozent gehörten, an den Louis-Vuitton-Moët-Hennessy-Konzern im Jahr 2008, arbeitet er als Präsident des Uhrengeschäfts der französischen LVMH-Gruppe, zu dem neben Hublot auch TAG Heuer und Zenith gehören. Dieser Tage erscheint vom 67-Jährigen «Du kannst alles, wenn du nur willst», eine Mischung aus Biografie und How-To-Buch.

Die biografischen Stellen des Bands – Ergebnis von Gesprächen Bivers mit einem Journalisten aus der Romandie, der diese aufgeschrieben hat – enthalten keine News. Wer Zeitungen oder Zeitschriften liest, weiss, dass Biver als Kind nach der Scheidung seiner Eltern – dem Vater gehörten mehrere Schuhgeschäfte in Luxemburg – mit seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder vom Grossherzogtum an den Genfersee zog, um dort in ein Internat gesteckt zu werden. Auch von seinen Stationen und Einsätzen in der Uhrenbranche hat man schon gelesen: Audemars Piguet (Praktikant), Blancpain (Mitbesitzer und Turn-Around-Geschäftsführer), Swatch Group (Omega-Geschäftsführer, enger Mitarbeiter von Nicolas Hayek; später dessen Berater), Hublot (Mitbesitzer und Turnaround-Geschäftsführer sowie Verkäufer seines Anteils an LVMH, danach Präsident), TAG Heuer und Zenith (Präsident ebenfalls respektive operativer Chef). Die Scheidung von der ersten Frau kommt vor im Buch – knapp. Das Kennenlernen, Heiraten und Noch-ein- mal-eine-Familie-Gründen mit der zweiten, mit der er einen heute zehnjährigen Sohn hat, dito. Dass er auf seinem Weg von Audemars zu LVMH ein Vermögen, das in der Bilanz auf 150 bis 200 Millionen Franken geschätzt wird, erarbeitet hat, wird nicht erwähnt.

Lesenswert ist das Buch dennoch. Denn wenigstens so interessant wie die Antwort auf die Frage, wie er das alles geschafft habe, sind Antworten auf die Fragen, weshalb er noch immer 15 Stunden am Tag, 300 Tage im Jahr arbeitet – im Alter von 67, mit so viel Geld? Oder weshalb ihm gelingt, was andere Unternehmer und Manager meist nicht schaffen: Mehrere Unternehmen nacheinander umzudrehen und (wieder) erfolgreich zu machen. Dazu liefert er tiefere Einsichten im Buch, als man sie bisher bekam.

Portrait Jean-Claude Biver

«China fliegt zum Mars – gut! Und Hublot fliegt mit – super gut!»: Uhrenverkäufer extraordinaire Jean-Claude Biver, 67 (Bild: Nicole Bachmann)

Was Jean-Claude Biver kann: überraschen 

Als Triebfeder gibt er die Liebe an. Viel Liebe in allem, was er tue. Zwischen Arbeit und Freizeit unterscheide er nicht. Weil das, was er im Geschäft tut, genau das sei, was er im Leben am liebsten tue – Liebe walten lassen. Liebe für Mitarbeiter und Kunden. Für Schweizer Uhren und, besonders, Handwerker, die die Uhrmacherkunst beherrschen. Speziell angetan hat es dem Beatles-Fan, logisch, der Song «All You Need Is Love». Er beschreibt sich im Buch als Hippie … Ob er wirklich einer war, der sich freier Liebe, Drogen sowie dem Aufbegehren gegen die bürgerliche Ordnung hingab? Ich, bei allem Respekt, neige zu Zweifeln – aber egal, autorisierte Biografien haben den Vorteil (sowie den Nachteil), dass sie die Sicht des Beschriebenen auf sich und die Welt verbreiten. All you need is Love also. Und davon besonders die erste Zeile: «There’s nothing you can do that can’t be done.»

Möglicherweise war er doch ein Hippie – der Satz ist schwierig zu verstehen, scheint mir (möglicherweise wird’s einfacher nach dem Genuss von Drogen). Eine deutsche Übersetzung (auf www.songtexte.com) geht so: «Es gibt nichts, das du tun kannst, das nicht getan werden kann.» Das ist nicht der Satz, den viele CEOs als für ihren Weg entscheidendes Leitmotiv bezeichnen würden, denke ich. Die Aussage ist eher dämpfend als beflügelnd, passt mehr zu einem Stoner als zu einem Überflieger: Was geht, geht. Was nicht geht, schaffst auch du nicht. So lese ich es. Von einem Unternehmer und Manager, sowie von Jimmy Cliff und Roger Schawinski, würde man eher erwarten: Du kannst alles, wenn du nur willst. Ach, das ist ja der Titel des Buchs.

Was er kann, auf jeden Fall: überraschen. Und zwar nicht bloss mit Ideen, die den Verkauf seiner Uhren stärken. Auch mit seinem Körpergewicht, das von einem Treffen zum nächsten stark schwanken kann. In Gstaad im Sommer 2015 war er, sagen wir, beleibt; in Ibiza im Sommer 2016 hatte er zugenommen. Und im Januar 2017 in Genf – ein hagerer Mann. Als er ins Zimmer trat, in einem casual Jackett von Loro Piana, hielt ich ihn zuerst für seinen jüngeren, schlanken Bruder Marc, den Sportvermarkter. Gründe für die neue Leichtigkeit, sagt er, seien mehr warmer Zitronensaft und mehr Sport, Variantenskifahren vor allem.
Nachdem ich fragte, wie fleissig man sein müsse, um zu all den Aufgaben und Jobs, die er bereits hat, neu die operative Führung der Marke Zenith zu übernehmen, sagte er, er sei eigentlich ein fauler Mensch, der nicht arbeiten möge. Ich halte diese Aussage für ungefähr so zutreffend wie die, dass er ein Hippie gewesen sei; aber es ist ein Aber-Satz. «Aber wenn ich Leidenschaft spüre, bringt sie mich dazu, Höchstleistungen zu vollbringen, ohne dass es mir vorkommt wie Arbeit, sondern wie ein Vergnügen.» Und zurzeit sei er voller Leidenschaft, Zenith wieder dorthin zu bringen, wo die Marke in seinen Augen hingehöre, nach ganz oben nämlich.

Um Erfolg im Geschäft zu haben, sagt er, müsse man demütig sein. Und erkennen, dass eine Marke grösser sei als man selber. Dass sie vor einem da war und, falls man seine Aufgabe gut mache, auch nach einem noch da sein werde. Marken überdauern Menschen. Nächste Lektion: Um ein guter Chef zu sein, müsse man teilen (den Erfolg), respektieren (die Marke) und verzeihen (den Mitarbeitern) können. Sowie, ganz wichtig, Irrtümer zulassen. Das sei seine Moral. Übernommen von – den Hippies, sagt er. Und noch was: Er arbeite heute ohne Einfluss seines Egos, «das habe ich hinter mir.»

Selbstwahrnehmung ist das eine; ich habe Mitbewerber gefragt, wie sie Jean-Claude Biver wahrnehmen. «Herr Hayek ist in den nächsten Wochen sehr häufig geschäftlich auf Reisen und seine Agenda randvoll, daher wird es ihm leider nicht möglich sein, an Ihrem Artikel teilzunehmen», richtete der Sprecher der Swatch Group aus. «Leider kommentieren wir CEOs oder Marken von Dritten nicht. Es tut mir leid, aber Herr Lambert wird sich nicht äussern können», schrieb die Sprecherin von Jérôme Lambert, dem neuen Head of Operations der Richemont-Gruppe. Von Georges Kern, dem obersten Uhrenchef der gleichen Gruppe, respektive seiner Sprecherin, kam nicht einmal so wenig – keine Stellungnahme. «Der Mann hat eine Gabe: Was er anfasst, wird ein Erfolg. Er ist so gesehen ein Genie», sagt Nicholas Foulkes, Uhrenkenner und -autor der Londoner Financial Times sowie von Vanity Fair. Er kennt Biver seit Jahrzehnten. Und sagt weiter, dass der sich kaum um Dinge kümmere, die andern Managern wichtig seien, etwa wie er wahrgenommen werde. Stattdessen: «Er arbeitet viel. Und bringt sehr viel Liebe und Emotionen ein. Er ist ein Superstar [der Uhrenindustrie], hat aber auch ein Leben [ausserhalb der Branche].»

«Was werden Sie als nächstes tun, Herr Biver?»

Die Selbstwahrnehmung und die Wahrnehmung des langjährigen Beobachters decken sich recht genau, und auch meine Einschätzung weicht davon nicht stark ab. Wenn ich auch der Meinung bin, er habe den (leichten) Hang dazu, sich überzuverkaufen in Wirklichkeit und unterzuverkaufen im Buch. Was ich meine, zeigt folgender Ausschnitt aus einem Gespräch, das wir vor knapp zwei Jahren führten: «Was werden Sie als nächstes tun?», fragte ich. «Mich mit meinen chinesischen Enkelkindern beschäftigen, hoffentlich.» Sein Sohn Loic, damals 33, ist Hublot-Markendirektor in China, lebt in Shanghai und hatte eine chinesische Freundin … Vor wenigen Wochen fragte ich Vater Biver, ob er inzwischen Grossvater geworden sei und seinem ersten halbchinesischen Enkel beim Aufwachsen zuschauen könne. Sozusagen, sagte er. Loic habe die Chinesin geheiratet vergangenes Jahr – der oder die Nachfahr/en seien also in the making …

Mit anderen Worten: Jean-Claude Biver sagt Dinge manchmal früher als andere. Wahrscheinlich weil er sie früher sieht als andere.
Jean-Claude Biver: Du kannst alles, wenn du nur willst. Orell Füssli. 224 S., Fr. 26.90

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Nile Rodgers Interview

MARK VAN HUISSELING trifft…

Nile Rodgers

Ein Gespräch mit einem Popstar, der so ziemlich alles er- und überlebt hat.

Ich hab fünf einfache Fragen an Sie.» – «Okay, ich hab fünf schwierige Antworten.» – «Gut, das wird meine Sorte Interview. Wie schreibt man einen Superhit?» – «Ach, ich weiss nicht. Ich bin der schlechteste Songschreiber der Welt, aber ein ziemlich guter ­re­writer. Üblicherweise, wenn ich eine Idee ­habe, ist es eine verrückte Idee.

 

Doch dann überarbeite ich sie und überarbeite sie und überarbeite sie. Und dann wird daraus ‹Get Lucky›.» (Ein Funk-Disco-Stück der französischen House-Formation Daft Punk und des amerikanischen Sängers/Rappers Pharrell Williams, geschrieben von Nile Rodgers und Thomas Bangalter; «Bester Song des Jahres 2013», Laut.de; Platz eins der Charts in Deutschland, Grossbritannien oder der Schweiz, Platz zwei in Amerika.) «Wie schreibt man keinen Superhit? Was ich fragen will: Merken Sie: ‹Toller Song, aber es wird kein Hit›?» – «Ich veröffentliche keine Platte, die ich nicht mag. Das zeigt, dass, manchmal, mein Urteil, mein spirit, künstlerisches Ohr, nicht übereinstimmt mit dem des Publikums. Bloss, wenn’s um das Vermarkten geht, ist Prio­rität Nummer eins: Repetition. Ist ein Song nicht im Radio, kann er fantastisch sein, doch er wird kein Hit. Wenn man ‹Like a Virgin› nicht hört, wird’s kein Hit [er war verantwortlich für die Produktion des Songs und das Album von Madonna].»

Interview mit Songwriter Nile Rodgers

«Schlechtester Songschreiber der Welt»: Komponist, Musiker und Produzent Nile Rodgers, 65.

Nile Rodgers, 62, ist ein amerikanischer Musikproduzent, Musiker und Komponist. 1976 gründete er die Gruppe Chic, die zahlreiche Hits hatte («Le Freak», «Everybody Dance» oder «Good Times») und stilprägend war für die Musikrichtung Disco. Er war auch als Produzent gefragt; arbeitete etwa für Diana Ross, Duran Duran, Madonna, Grace Jones, Mick Jagger oder David Bowie. Während der 1970er, 1980er und bis in die 1990er Jahre war er heroinsüchtig. Rodgers lebt in New York.

Nile Rodgers “Get Lucky”

«Sie bekamen eine Krebsdiagnose vor ein paar Jahren . . .» – «Vor drei Jahren genau.» – «Fanden Sie, das Leben sei unfair – Krebs jetzt, da Sie seit einiger Zeit gesund lebten, nachdem Sie zuvor lange gar nicht gesund gelebt hatten?» – «Ha, nein, ich fand überhaupt nicht, dass das Leben unfair sei. Ich dachte: ‹Ich kann’s nicht glauben, dass ich so lange ­gelebt hab.› Ich war wahrscheinlich in der Gruppe meiner Freunde, mit denen ich anfing, Musik zu machen – Luther Vandross [2005 gestorben], Bernard Edwards [mit dem er Chic ­gründete; 1996 gestorben], Tony Thompson [Schlagzeuger von Chic; 2003 gestorben], ­Raymond Jones [Keyboarder von Chic; 2011 gestorben] –, die am meisten party- und drogenorientierte Person. Meine Familie sind heroinsüchtige bohemians, sie sind cool, ich wurde ins Heroin geboren, in meinem Leben gab es immer Drogen. So, jeder nahm an, ich würde der Erste sein, der stirbt, wegen meines waghalsigen Lebensentwurfs. Doch die Wahrheit ist: Wir sind alle genetisch gleich, aber verschieden, wie David Bowie sagen würde. Ich hatte den gleichen, aggressiven Krebstyp wie Frank Zappa; er hatte nach der Diagnose noch zwei Jahre, bei mir funktionierte die Behandlung. Ich sagte: ‹Ich lass die Ärzte tun, was sie tun können. Ich tu, was ich kann.› Und was ich kann, ist Musik spielen und happy sein.» – «Was dachten Sie, als der Krebs in Rückbildung war und Sie Ihr grosses Comeback mit ‹Get Lucky› hatten?» – «Jeder Komponist hat Zyklen in der Karriere. Als ich jung war, sagte mein Jurist: ‹Ich bring dir bei, wie du dein ­Leben lang reich sein wirst.› Er sagte, dass ­niemand, nicht die Beatles, nicht mal Paul ­McCartney, immer Hits haben, sondern dass man heisse und kalte Zeiten habe. Und was man in der kalten Zeit machen müsse, um reich zu sein: nämlich nicht verrückt sein und die verrückten Dinge tun, die Künstler normalerweise tun, wissen Sie, was Hip-Hopper erzählen: ‹Ich hab meinen Learjet, meinen Lamborghini rollin’ . . .› Sondern zu sparen. Ich hatte grade ein Rennboot gekauft und einen Maserati, ich hatte acht Millionen verdient und war 24. Dann hörte ich auf auszugeben. Das ist nicht, wer ich bin. Ich bin Musiker, Geld ist eine Begleiterscheinung, wenn man einen Hit hat. Und man weiss nie, wann man einen Hit hat.»

«Sie hatten 21 Nummer-eins-Hits. Und machen dennoch Reklame für eine Uhrenmarke – weshalb [für Girard-Perregaux, das Gespräch fand am GP-Sitz in La Chaux-de-Fonds statt]?» – «Interessant, was Sie sagen. Ich mache keine Reklame, es ist umgekehrt. Ich habe eine Stiftung für einen wohltätigen Zweck, die We Are Family Foundation, wir haben ein Mentorprogramm für Teenager. Und GP, die einige meiner liebsten Uhren hergestellt hat, hat eine We-Are-Family-Uhr entworfen.»

 

Neil Rodgers liebstes Restaurant:

«Irgendwo auf der Welt? Nun denn . . .» «Da Conch Shack» Providenciales, Turks- und Caicosinseln, Britische Überseegebiete, ­Telefon +649 946 8877 34

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Tommy Hilfiger Interview

MARK VAN HUISSELING trifft…

TOMMY HILFIGER

«Das Buch über Ihr bisheriges Leben, das Sie veröffentlicht haben [mit Peter Knobler, einem ehemaligen Journalisten], ist ein sehr offenes, ehrliches Buch. Weshalb?» – «Ich denke, wenn man so etwas macht, sollte man es richtig machen. Ich habe nichts zu verstecken. Und wenn es einigen Leuten nicht gefällt, kaufen sie vielleicht meine Kleider nicht mehr. Aber ich denke nicht, dass ich etwas schrecklich Beleidigendes erzählt habe.» (Er schreibt etwa, dass er einen gewalttätigen Vater hatte, der ihn als Kind oft schlug. Oder dass wenigstens zwei seiner Kinder Drogenprobleme hatten und dass der kleine Sohn, den er mit seiner zweiten Frau hat, autistisch ist.) «Der Titel des Buchs, ‹American Dreamer›, ist schön, aber, mit Respekt, falsch. Ich nehme Sie wahr als Macher, als Realisten … Träumer bauen keine Firmen, die sie für Milliarden verkaufen.» – «Aber ich hatte Träume, und aus meinen Träumen wurde was. Ich war ein Träumer, ich bin einer; ich träume immer noch, was für mich als Nächstes kommen könnte.» – «Haben Sie auch Albträume?» – «Ich hatte welche: mein Konkurs, meine Scheidung …»

 

Thomas Jacob Hilfiger, besser bekannt als Tommy Hilfiger, 65, aus Elmira, New York, ist ein amerikanischer Modedesigner. Was bei Wikipedia nicht steht: Hilfiger ist zuerst Unternehmer, das Entwerfen von Mode kommt an zweiter Stelle. Zusammen mit Geschäfts- und Finanzpartnern baute er seine Marke auf, die zur Hauptsache Kleidung im sogenannten College- oder Preppy-Stil (von preparatory school) anbietet. 2006 verkaufte Hilfiger seine Anteile für 1,6 Milliarden an eine Beteiligungsgesellschaft; rund fünf Jahre später verkaufte diese die Firma weiter an die amerikanische Modegruppe Philips-Van Heusen, für rund 3 Milliarden. Er hat keine erwähnenswerte Beteiligung mehr am Unternehmen und ist Botschafter der Marke, das heisst, er gibt Interviews, eröffnet Läden in wichtigen Städten et cetera; operativer Chef ist der Schweizer Daniel Grieder. Hilfiger ist zum zweiten Mal verheiratet, hat fünf eigene Kinder sowie zwei Stiefkinder; seine Biografie, «American Dreamer», ist dieser Tage (auf Englisch) erschienen, ich empfehle das Buch.

«Sie schreiben, einer Ihrer Manager sei zum Teil dafür verantwortlich gewesen, dass die Firma wieder erfolgreich wurde. Er sei richtig gelegen, andere, inklusive Sie selber, hätten eine Zeitlang nicht recht gehabt. Das liest man selten, meist wird Erfolg nicht geteilt …» – «Ja, aber es war so. Ich hab mich immer auf Leute abgestützt, um vorwärtszukommen. Es gab und es gibt ungewöhnlich starke Leute in der Firma.» – «Wie führt man Mitarbeiter, die besser sind, als man selber ist?» – «Ich bin sehr selbstsicher bezogen darauf, wo ich mich befinde im Leben – mein Name steht auf dem Logo, ich bin der Schöpfer und Visionär hinter der Marke.» – «Aber wie verhindert man, dass solche Leute Ihren Job wollen?» – «Es ist wie im Sport: Man ist eine Gruppe, die gewinnen will. Jeder ist bereit, alles dafür zu tun, ausser zu betrügen. Ich war der Motivator und Beeinflusser des Teams; ich habe den Erfolg möglich gemacht, meine Leute gelobt und belohnt.»

Tommy Hilfiger Gründer (Thomas Jacob Hilfiger)

Tommy Hilfiger (Thomas Jacob Hilfiger)

«Wie wichtig ist Glück?» – «Man braucht Glück, um gross zu werden. Aber auf Glück kann Unglück folgen – wir waren übermässig erfolgreich in Amerika zu Beginn der [19]90er Jahre, doch gegen Ende des Jahrzehnts bekamen wir aufs Dach, und einige Partner verkauften ihre Anteile, stiegen aus … Aber mit guten Leuten kann man das Glück ein wenig beeinflussen.» – «Wenn man vier Jahrzehnte im Geschäft ist, sollten glückliche und weniger glückliche Phasen gleichmässig verteilt sein, nicht wahr?» – «Ich hoffe es. Und dann noch das: Eine erfolgreiche Laufbahn ist mit harter Arbeit verbunden. Man darf nie ausruhen, muss immer weitermachen – wie perfektionieren wir dieses oder jenes? Was tun wir als Nächstes?» – «Ihr Einkommen 2016 wird 33 Millionen Dollar erreichen; das heisst, in der Zeit, in der wir reden, verdienen Sie 15 000 Dollar. Der hochgerechnete Medienwert der Artikel, die ich veröffentlichen werde, liegt aber bei etwa 100 000 Franken oder Dollar – Sie sind unterbezahlt.» – «Haha, ich werde es dem CEO, meinem Freund Daniel Grieder, sagen.»

 

Tommy Hilfiger’s liebstes Restaurant:

Harry’s Bar, Calle Vallaresso 1323, Venedig, Italien, Tel. +39 (0)41 528 5777